SEPULTURA „Machine Messiah“



Wir gestehen. Selbst mehr als zwanzig! Jahre nach Max Cavaleras Abgang ist man doch tatsächlich immer noch versucht, jedes neue Album der Brasilianer mit vergangenen Großtaten der Thrash-Titanen zu vergleichen. Aus. Vorbei. Wo Sepultura draufsteht ist schon lange nicht mehr Cavalera drin.


So schwer verdaulich wie der Titel des letzten SEPULTURA Studioalbums „The Mediator Between Head and Hands Must Be the Heart“ war auch die Musik. Aber was der Vierer mit ihrem mittlerweile 14. Studioalbum „Machine Messiah“ abliefert, klingt frisch, unverbraucht und vor allem eines - inspiriert. Dabei kann das Werk vor allem als Gesamtkunstwerk überzeugen. Die zwölf Nummern sind in sich stimmig, und erzeugen eine durchgehend dichte Atmosphäre, die von Produzent Jens Borgen (OPETH, KREATOR, PARADISE LOST) perfekt in Szene gesetzt wurde.



War der Vorgänger noch von Fritz Langs „Metropolis“ inspiriert, hat sich Mastermind Andreas Kisser dieses Mal Themen rund um Fragen der künstlichen Intelligenz und der Robotisierung der Gesellschaft angenommen.



Das Cover der philippinischen Künstlerin Camille Della Rosa ruft dabei wohl nicht ganz unbeabsichtigt Assoziationen zu „Arise“ wach. Im Pressetext heißt es dazu von Kisser: „Die Hauptkomponente des Gemäldes ist ein paradoxer ‚Maschinengott‘, der einen geklonten Fötus hochhält. Es ist eine Parodie auf das besessene und nihilistische Denken so vieler Menschen, die sich komplett auf die technischen Möglichkeiten verlassen, bis sie an dem Punkt angelangt sind, an dem sie die Maschinen schließlich zu ihren Göttern machen oder gewissermaßen selbst zu freud- und herzlosen ‚Maschinengöttern‘ werden. Die zunehmende Verbreitung der Technologie in allen Lebensbereichen sorgt für eine fortschreitende Schwächung unserer sozialstrukturellen Basis, da die Menschen ihre Zeit heutzutage viel lieber mit Computerspielen verbringen, als mit der Familie zu interagieren.“



"Machine Messiah" gehört zu SEPULTURAs besten Werken seit 1996. Selten hat man Kisser so überzeugend Klangwelten entwerfen hören, die, auch das soll nicht unerwähnt bleiben, erschlossen werden wollen. Besonders angetan hat es uns das instrumentale „Iceberg Dances“ mit seinen Riffs, tollen Spannungsbögen und Kissers kurzem Intermezzo auf der akustischen Gitarre, deren 'geheimer' Meister er ist.

Gelungene Vorstellung!

 




Erscheinungstermin: 13. Januar 2017
Label: Nuclear Blast

Tracklist

1. Machine Messiah
2. I Am The Enemy
3. Phantom Self
4. Alethea
5. Iceberg Dances
6. Sworn Oath
7. Resistant Parasites
8. Silent Violence
9. Vandals Nest
10. Cyber God

www.sepultura.com.br

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