Eine Huldigung an FRANK ZAPPA - “Sex Without Nails Bro’Sis” Konzertnachlese „The Torture Never Stops“, 28. Dezember 2017




Jubel, Bravorufe und ein zutiefst zufriedenes Publikum! Wenn Zeremonienmeister Wickerl Adam, Gitarrist und musikalischer Direktor Conrad Schrenk und die "Sex Without Nails Bro’Sis" zur Huldigung an eine der größten Legenden der jüngeren Musikgeschichte rufen, dann ist ein volles Haus garantiert. So verwunderte es nicht weiter, dass die Schlange an diesem Donnerstag-Abend bereits eine Stunde vor Konzertbeginn bis auf die Straße des Wiener Porgy & Bess reichte.  Selbst der Organisator der Zappanale ließ es sich nicht nehmen, diesem besonderen Ereignis beizuwohnen.




Als Klangmagier an der Sechsaitigen ist er wie kein anderer dazu prädestiniert, das musikalische Erbe des künstlerischen Genies FRANK ZAPPAs auferstehen zu lassen: Conrad Schrenk, seines Zeichens kreativer Kopf und musikalischer Direktor des Events, hatte auch an diesem Dezember-Tag des ausklingenden Jahres wieder ein atemberaubendes Programm gezimmert, welches das Herz eines jeden ZAPPA-Fans höher schlagen ließ.

 

Fast drei Stunden lang spielten sich Conrad Schrenk und seine kongenialen Mitstreiter - teilweise in neuer Besetzung - durch das Schaffen des Ausnahmekünstlers, und bescherten dem zahlreich erschienen Publikum einen exklusiven Mix aus Zappas Schaffensperioden der Jahre 1968 bis 1992, in dem der Absurdität und dem Humor ebenso wie der politischen Bedeutsamkeit gehuldigt wurde.


Eröffnet wurde der Reigen von "Let's make the water turn black" des 1968 erschienen Mothers of Invention Albums "We're Only in It for the Money", und beinhaltete in weiterer Folge Klassiker wie "The Idiot Bastard Son", oder “Willy the Pimp” vom (für jede Gitarristen-Bibliothek unerlässlichen) “Hot Rats” Album aus dem Jahre 1969. Ganz besondere Würdigung erfuhr mit Songs wie "Don’t Eat the Yellow Snow", "St. Alfonzo’s Pancake Breakfast", "Father O’Blivion" und "Uncle Remus” insbesondere das im Jahre 1974 erschienene "Apostrophe (’)" Album.


Einzelne Nummern aus diesem an Höhepunkten beileibe nicht armen Abend herauszupicken will jedoch nicht wirklich gelingen - zu fesselnd, abwechslungsreich und kurzweilig waren die musikalischen Darbietungen. Aus gitarristischer Sicht wollen wir jedoch das Solo des The Allman Brothers Band Covers “Whippin’ post", und "Black page #2” des 1983 erschienen “Baby Snakes” Albums erwähnen. Letzteres wurde bei der Ankündigung mit annerkennenden "mutig" Rufen aus dem Publikum honoriert.


Sängerin Mel Verez brillierte indes mit einer astreinen Version von "Inca Roads” des 1975 erschienen “One Size Fits All” Mothers of Invention Album, und bewies eindrücklich, warum sie unter den heimischen Sängerinnen zu den Besten ihres Faches zählt.  Es geschieht nicht alle Tage, einer Live-Darbietung dieser Komposition beiwohnen zu dürfen.


Man kann die Pflege und Aufrechterhaltung der musikalischen Tradition dieses Künstlers gar nicht hoch genug würdigen. Es sind Abende wie dieser, die einen das Schaffen und Wirken FRANK ZAPPAS in Erinnerung rufen, und leider auch schmerzlich vermissen lassen. Man darf sich daher glücklich schätzen, hierzulande Musiker von diesem Format zu haben, die den Geist und das Schaffen FRANK ZAPPAs so überzeugend und leidenschaftlich auf die Bühne zu bringen vermögen. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, muss an dieser Stelle zwar nicht extra erwähnt werden, es schadet aber auch nicht. Abschließend kommt man nicht umhin, sich zu fragen, wie des Meisters Kunst angesichts des aktuellen Zeitgeschehens in seinem Heimatland wohl heutzutage ausfallen würde.

 

An dieser Stelle ein großes Kompliment an alle Musiker für einen rundum gelungenen Abend. Hoffentlich schon bald wieder.

 



Die Musiker

Conrad Schrenk: Gitarre, Musikalischer Direktor
Wickerl Adam: MC, Vocals
Anzo Morawitz, Peter Dürr, Mel Verez, Sabrina Winter: Vocals
Max Tschida: Keyboards
Werner Laher: Bass
Sigi Meier: Drums
Christof Kadane: Percussion, Mallets
Vitus Pirchner: Percussion, Mallets

Setlist

Let’s make the water turn black
Easy Meat
Pygmy Twylyte
Dancing Fool
RDNZL
Bobby Brown
Willie the Pimp
Why does it hurt when I pee?
Lucille
Zombie Woof
Idiots bastard son
Any kind of pain
Dirtz Love
Magic fingers
Whippin’ post
I have been in you
Village of the Sun
Echidna’s Arf
Don’t eat the yellow snow
St. Alfonzo’s Pancake Breakfast
Father O’Blivion
Hot plate heaven in the green Hotel
Inca Roads
The torture never stops
Black Page # 2
Uncle Remus
City of tiny lights
Cheepnis
Let’s make the water turn black

 

Bilder Richman.