LIVING COLOUR „Shade“





Lange Zeit war es still um die US-amerikanische Graffiti-Rock Truppe LIVING COLOUR gewesen. Die Band rund um Gitarrist Vernon Reid, Sänger Corey Glover, Bassist Doug Wimbish und Schlagzeuger Will Calhoun lieferte in den späten 80ern und 90ern wohl den authentischsten Crossover aus Rap, Rock, Jazz und Soul, und bildete gemeinsam mit den RED HOT CHILI PEPPERS den intellektuellen Gegenpol zu klassischem 80er Jahre Heavy Metal. Mittlerweile sind die Musiker auch schon alle um die 60. Ihr letztes Studiowerk datiert immerhin auf das Jahr 2009.


Wie hat es Vernon Reid erst kürzlich in einem Interview formuliert? "We are about quality, not quantity". Ob explosiver Gitarren-Rock („Freedom of Expression“), Funk-Kastelle mit Blues-Obertönen („Come On“, „Blak Out“), oder Hüpfburgen für Erwachsene („Program“): LIVING COLOUR rufen uns Erinnerung, wie Sozialkritik in der Rockmusik zu klingen hat.  Auch die Auswahl der Coverversionen darf als gelungen bezeichnet werden: "Who Shot Ya" (Notorious B.I.G., von Living Colour bereits 2016 einmal veröffentlicht), "Inner City Blues" (MARVIN GAYE) und Robert Johnson's "Preachin' Blues" wurden dabei gekonnt vertont.



Für ihr sechstes Studioalbum sind LIVING COLOUR ihrem Sound treu geblieben und haben ihre Trademarks entstaubt. Jazz-Elemente, Funk, Hip-Hop und Pop werden auch im Jahr 2017 durch den Wolf gedreht, und mit Reids anarchistischer Gitarrenarbeit frech vermengt.



“Living Colour! Right! Name me another black rock band?” Reid und Konsorten rufen sich mit „Shade“ zu Recht als eine der bedeutendsten schwarzen Rock-Bands des Planeten erneut ins Gedächtnis. Willkommen zurück!






Erscheinungstermin: 8. September 2017
Label: MRI

Tracklist

1. Freedom of Expression (F.O.X.)
2. Preachin' Blues
3. Come On
4. Program
5. Who Shot Ya [Explicit]
6. Always Wrong
7. Blak Out
8. Pattern in Time
9. Who's That
10. Glass Teeth
11. Invisible
12. Inner City Blues
13. Two Sides

www.livingcolour.com

 

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TRIVIUM „The Sin And The Sentence“



Wir gestehen. Bis zu unserem ersten TRIVIUM Live-Konzertbesuch und einem im Jahre 2015 mit Gitarrist Corey Beaulieu geführten Interview konnten wir mit dem Output der US-amerikanischen Metal-Band aus Florida nicht wirklich viel anfangen. Da half auch der eher durchwachsene Longplayer „Silence in the Snow“ nicht weiter.



Umso größer daher die Überraschung, mit „The Sin And The Sentence“ ein Meisterwerk in Händen halten zu dürfen. Sänger und Gitarrist Matthew Heafy und seine Mitstreitern Corey Beaulieu (Gitarre), Paolo Gregoletto (Bass) und Alex Bent (Schlagzeug) machen auf Studioalbum Nummer acht alles richtig. Ob druckvolle Blastbeats, Melodic-Shredding, oder Metalcore-Tiefflieger die im Thrash-Vorratslager aufgetankt haben: Heafy & Co kombinieren auf  „The Sin And The Sentence“ ausgewogenes Songwriting mit instrumentaler Perfektion, und streuen über das Ganze, gewissermaßen als Tüpfelchen auf dem i, mehr als hörenswerte Doppel-Gitarrenparts.



TRIVIUM liefern mit „The Sin And The Sentence“ den Fanscharen das vielleicht beste Album ihrer Laufbahn. Gefallen können vor allem die handfeste und differenzierte Produktion, und das mit Leidenschaft vorgetragene Riffing der Saitenfraktion. Auf ein Album dieses Schlages hatten wir lange warten müssen. So muss Metal im Jahre 2017 klingen.

 


Erscheinungstermin: 20. Oktober 2017
Label: Roadrunner Records

Tracklist

1. The Sin And The Sentence [Explicit]
2. Beyond Oblivion
3. Other Worlds
4. The Heart From Your Hate
5. Betrayer
6. The Wretchedness Inside [Explicit]
7. Endless Night
8. Sever The Hand
9. Beauty In The Sorrow
10. The Revanchist
11. Thrown Into The Fire

www.trivium.org

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CALL IT EVEN "Best Revenge"




Achtung, Gnackwatschn aus Wien!



CALL IT EVEN aus Wien stellen sich mit ihrem Erstlingswerk „Best Revenge” vor. Schon die Ouvertüre und jüngst veröffentlichte Single “Trouble” umreißt den musikalischen Wertekatalog, der hier wie die Faust aufs Auge folgen soll.  Es geht kompromisslos ab durch die Mitte. Kompakter, harter Modern Rock, der keine Gefangenen macht. Ohne barocken Firlefanz wird Rock & Roll auf das reduziert, für das ihn die Menschen lieben: Zügige Riffs, hämmernde Rhythmen, heisere Melodien zum Mitkrakeelen. Schluss mit lustig. Das Ganze ist so humorlos und staubtrocken vorgetragen, dass es so richtig Spaß macht. Quasi eine akustische Gnackwatschn für alle jene, die noch pennen.

 

Auf „Runaway“ beweist die Combo dann ihr Gespür für massentaugliches Songwriting. Populärmusikalisches Arrangement trifft erdige Studioproduktion und markante Lyrics. Das Handwerk zur Sache beherrschen CALL IT EVEN definitiv. Richtig gravitätisch wird’s dann mit „Preach“. Dort bringt ein lautstarkes Klangbeben das Wohnzimmer zum Vibrieren, malt es schwarz an, bevor es dystopische Wogen zum Einsturz bringen. Die bis Dato zweite veröffentlichte Single heißt "The Tesseract". Grimmiger Rock der das Genre auf den Punkt bringt. Grollender Bass und bedrohliche Riffs weisen den Weg ins Dunkel. Überhaupt ist „Best Revenge” nicht unbedingt ein Quell des Lichts. Dort herrscht vorwiegend Finsternis. Allein der mit viel Pathos vorgetragene Gesang bringt gleißende Momente der Hoffnung in eine sonst düstere Klangwelt. Zu hören auf „5 Minutes“. Wunderbar, man nickt zustimmend im Takt.

 

Je länger man dem Album zuhört, desto klarer wird, dass Frontmann Markus Schweigers Gesang neben den kräftigen Riffs und den stampfenden Rhythmen die tragende Traverse des tonalen Gefüges ist. Zielgenau trifft er Mark und Bein. Man denkt unweigerlich an Audioslave oder Incubus. „High Road“ legt Zeugnis dafür ab. „Consequences“ und „Chains“ folgen danach der vorgegebenen Richtung. Experimente werden auf „Best Revenge” keine gemacht. Das mag den neutralen Hörer enttäuschen, wird aber den geneigten Sympathisanten des soliden Handwerks, das sich da Rock nennt, gefallen. Was vielen Debütalben nämlich fehlt, ist hier definitiv vorhanden: der rote Faden. Es geht weiter mit „Hard“. Der Titel kann als Synonym des musikalischen Inhaltes der Neuerscheinung gesehen - oder besser - gehört werden. Auf „Drop That Halo“ wird dann nochmals die Abrissbirne geschwungen, bevor mit „4 AM“ – einem dramatischen Schlussakkord - der Vorhang fällt. 

 

CALL IT EVEN gehören auf das Radar eines jeden österreichischen Fans des Modern Rock: Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, mächtige Riffs mit viel Strom in den Kabeln und adipöse Beats auf den Punkt vorgetragen sind eigentlich alles, was es dafür braucht. Und so viel gibt es davon in Österreichs Musiklandschaft leider nicht. „Best Revenge” wurde am 13. Oktober 2017 veröffentlicht. Wer das musikalische Statement live erleben will, hat dafür am 25. Oktober 2017 in der Szene Wien beim District Rock die nächste Gelegenheit!

 

 

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2017

Label: Selbstvertrieb

Tracklist

1. Trouble
2. Runaway
3. Preach
4. The Tesseract
5. 5 Minutes
6. High Road
7. Consequences
8. Chains
9. Hard
10. Drop That Halo
11. 4 AM

 

 

http://www.callitevenofficial.com/

https://www.youtube.com/user/callitevenofficial

https://www.facebook.com/callitevenofficial/

https://www.instagram.com/calliteven/

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PHROPHETS OF RAGE „Prophets of Rage“



Sie waren DIE Überaschung beim Nova Rock Festival heuer. Die PHROPHETS OF RAGE rund um die RAGE AGAINST  THE MACHINE  Kerntruppe mit Tom Morello (Gitarre), Tim Commerford (Bass), Brad Wilk (Schlagzeug), sowie Rapper-Legenden Chuck D (PUBLIC ENEMY) und B-Real  (CYPRESS HILL), und dem Public-Enemy-DJ DJ Lord holen auf ihrem Debut-Album zum sozialkritisch-gesellschaftspolitischen Rundumschlag aus.

 


Stimmt schon. RATM waren vielleicht wütender, aber die PHROPHETS OF RAGE präsentieren sich dafür differenzierter, und knallen vor allem live mit überwältigender Präsenz rein.



Auf einzelne Songs einzugehen erübrigt sich an dieser Stelle, sind doch alle durch die Bank eine Wucht. Wir sind auch weiterhin der festen Überzeugung, dass Tom Morello zu den innovativsten Gitarristen der letzten Jahrzehnte zählt. Sein rhythmischer Stil hat der E-Gitarre eine vollkommen neue Dimension erschlossen, die es in dieser Ausformung zuvor noch nicht gegeben hatte.


Morellos Vorstellung auf dem Debut der Supergroup ist vielmehr ein uneitles Statement eines herausragenden Musikers, der immer den Song in den Vordergrund stellt, und dem nichts ferner als frickelnde Selbstdarstellung ist: Eher tritt Morello als Überaschungsgast auf einer Wall-Street Hedgefonds Weihnachtsfeier auf, als dass man von ihm selbstgefälliges Genudle hören würde. Gemeinsam mit dem neuen LIVING COLOUR Album die mit Abstand beste Veröffentlichung des Monats September. Fett!

 



Erscheinungstermin: 15. September 2017
Label: Caroline Distribution

Tracklist

1. Radical Eyes
2. Unfuck The World
3. Legalize Me
4. Living On The 110
5. The Counteroffensive
6. Hail To The Chief
7. Take Me Higher
8. Strength In Numbers
9. Fired A Shot
10. Who Owns Who
11. Hands Up
12. Smashit


http://prophetsofrage.com/

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GIZMODROME „Gizmodrome“




Reggae, Funk, Rock, und eine Prise Prog: An stilistischer Bandbreite mangelt es dem Debutalbum von GIZMODROME  beileibe nicht. THE POLICE Schlagzeuger Stewart Copeland, LEVEL 42 Sänger und Bassist Mark King, der ehemalige KING CRIMSON Frontmann Adrian Belew, und der italienische Keyborder Vittorio Cosma haben in nur etwas mehr als zwei Wochen ein Dutzend Nummern eingespielt, die textlich von den Lebensrealitäten der Elder-Statesmen of Rock erzählen.



Beweisen müssen sich die vier Herren wahrlich nichts mehr, hat doch ein jeder Musikgeschichte geschrieben. Und so tanzen Belew & Co mit schlafwandlerischer Sicherheit durch all die eingangs erwähnten Musikstile, und  erinnern uns unvermittelt daran, wie lange man eigentlich schon nicht mehr den Buchstaben „Z“ in der Mediathek besucht hat.


„Gizmodrome“ ist ein Feuerwerk an leichtfüßigen Songs, die, wie könnte es bei den Credentials der Musiker anders sein, vor allem instrumentale Leckerbissen bereithalten. Belews leicht schräges, aber immer inspiriertes Spiel verleiht den Songs das gewisse Etwas. Copland hat es unlängst in einem Interview recht gut auf den Punkt gebracht: „Something you never hear in Gizmodrome is, “We’ve got to think out of the box.” Our problem usually is, “Where is the fucking box?” And just when we think we found it, Mr. Belew blows up the box.“



Dass man den Herren kein X für ein U vormachen kann, versteht sich von selbst. Es gibt wohl wenig, was die Musiker in langen Jahren des Tourens nicht gesehen hätten. Schön, dass einige von ihnen sich entschlossen haben, wieder ins Rampenlicht zu treten. Fabelhaftes Album, dem man die Freude am Musizieren anhört, und das ein Wiedersehen mit diesen außergewöhnlichen Musikern zum Vergnügen macht. Wie heißt es so schön in “Ride Your Life”: “We are sinners all/ And can’t help but judge/ So when the gavel falls/ Remember Love!”





Erscheinungsdatum : 15. September 2017
Label: earMUSIC

 

Trackliste

1. Zombies in the Mall
2. Stay Ready
3. Man in the Mountain
4. Summer's Coming
5. Sweet Angels (Rule the World)
6. Amaka Pipa
7. Strange Things Happen
8. Ride Your Life [Explicit]
9. Zubatta Cheve
10. Spin This
11. I Know Too Much
12. Stark Naked

https://www.facebook.com/Gizmodrome/

An dieser Stelle sei unser Interview aus dem Jahr 2016 verlinkt, in dem Adrian ausführlich über seinen Stil und Einflüsse plaudert.

 

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