MILES MOSLEY „Uprising“







Eine der schillerndsten neuen Musikerpersönlichkeiten auf dem Jazz-Parkett ist der im Jahr 1980 geborene MILES MOSLEY. Benannt nach dem großen MILES DAVIS, gewann Mosley bereits als Jugendlicher den „Los Angeles Music Center's Spotlight Award“. Zum Kontrabass griff Mosley in seinen Anfangsjahren angeblich nur deshalb, weil es das einzige Instrument in der Schule war, das er nicht mit nach Hause nehmen musste. Seine Karriere startete Mosley schließlich als Studiomusiker, wo er u.a. bei Christina Aguilera, Chris Cornell, Joni Mitchell, Jeff Beck, Avenged Sevenfold und dem unvergleichlichen Kamasi Washington für die Tieftonparts verantwortlich zeichnete.



Fünf Soloalben kann Mosley bereits auf dem Habenkonto verbuchen. Zu sagen, dass er für "Uprising" gerade viel Lob einheimst, wäre eine gewaltige Untertreibung. Auf rund elf Nummern beweist das Ausnahmetalent nicht nur seinen kreativen Zugang zum Bass-Spiel, sondern vor allem sein Können als Komponist und Sänger. Texte mit Tiefgang gibt’s obendrein. Die oben verlinkten Live-Videos verdeutlichen recht anschaulich, warum Mosley immer wieder als Jimi Hendrix des Bassspiels bezeichnet wird. Wie kaum ein anderer Bassist vor ihm, dreht Mosley den Ton durch den Effektpedalwolf, wechselt höchst kreativ zwischen Bogen- und Fingertechnik, und projeziert melancholisch verträumte Klangwelten und energiegeladene Kreativexplosionen gleichermaßen auf die musikalische Leinwand.


„Uprising“ atmet Motown, Soul und Funk, ist dabei zeitgemäß und in höchstem Maße modern, beweist aber vor allem eines: Bass ist sexy!

Wirklich viele Möglichkeiten den Mann in Europa live zu sehen gibt es derzeit nicht. Umso erfreulicher daher, dass Mosley im Rahmen des Jazzfest Wien am 3. Juli im Wiener Porgy & Bess auftreten wird.

 



Erscheinungstermin: 7. April 2017
Label: Verve

Tracklist

1. Young Lion
2. Abraham
3. L.A. Won't Bring You Down
4. More Than This
5. Heartbreaking Efforts Of Others
6. Shadow Of Doubt
7. Reap A Soul
8. Sky High
9. Your Only Cover
10. Tuning Out
11. Fire

http://milesmosley.com/

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THE NIGHTFLIGHT ORCHESTRA "Amber Galactic"





Die Achtzigerjahre sind en vogue. Wer Serien wie "Stranger Things" noch nicht gesehen hat, ist selbst Schuld. Haben die britischen Progressive Rocker HAKEN erst unlängst auf ihrem jüngsten Werk "Affinity" den Sounds dieser Dekade bereits kräftig gehuldigt, legen die Jungs des THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRAs noch einen drauf, und entwerfen auf rund elf Nummern ein mit musikalischen Zitaten nur so gespicktes Kaleidoskop des Jahrzehnts.


Gegründet im Jahr 2007 von den beiden SOILWORK Musikern Sänger Björn Strid und Gitarrist David Andersson, hat die ursprünglich als Nebenproject gestartete Band ein erstaunliches Eigenleben entwickelt. Bereits mit dem Debüt "Internal Affairs" (2012) und dem Nachfolge-Album „Skyline Whispers" (2015) konnte sich die Band in die Herzen von Album-oriented-Rock Fans spielen. Höchste Zeit also, den Musikern auch die nötige kommerzielle Unterstützung einer großen Plattenfirma für die Verbreitung ihres Sounds zukommen zu lassen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein größeres Label für die Schweden interessierte. Mittlerweile ist man mit Album Nummer drei beim deutschen Label Nuclear Blast untergekommen.


Wie kaum eine andere Band vermag das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA aus dem musikalischen Fundus der Siebziger und Achtziger Jahre zu zitieren: FOREIGNER, TOTO oder BOSTON, aber auch ein Hauch MARILLION und YES wehen einem dabei luftig ums Haupt. „Amber Galactic“ weist dabei eine beachtliche Hitdichte an Melodic-Rock Knallern auf: „Midnight Flyer“, „Gemini“ oder „Domino“ (hier kommt auch Wien lyrisch zu Ehren) schmeicheln sich butterweich in die Gehörgänge und setzen sich ansatzlos im Gedächtnis fest. Die passend amtlichen Sounds gibt’s obendrein.  Und so verwundert es nicht weiter, dass das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA mit seinem dritten Studioalbum gerade allerorts frenetisch gefeiert wird, und durch fette Album-Chart Platzierungen von sich reden macht.


„Amber Galactic“ besticht durch Gute-Laune-Rock, Herz, Leidenschaft und eingängige Melodien, ist dabei aber erfreulich frei von Zuckerguss-Klischees. Der Sommer kann kommen!

 



Erscheinungsdatum: 19. Mai 2017
Label: Nuclear Blast (Warner)

Tracklist


1. Midnight Flyer
2. Star Of Rio
3. Gemini
4. Sad State Of Affairs
5. Jennie
6. Domino
7. Josephine
8. Space Whisperer
9. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet
11. Just Another Night

https://www.facebook.com/thenightflightorchestraofficial/

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RON CARTER "Golden Striker (Live at Theaterstübchen Kassel)"




Erst unlängst feierte der am 4. Mai 1937 in Michigan geborene US-amerikanische Bassist RON CARTER seinen achtzigsten Geburtstag. Mit Beiträgen zu mehr als 2.200 Alben ist Carter der meistaufgenommene Bassist der Jazzgeschichte. Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sind nun gleich zwei Live-Alben erschienen: zum einen das mit dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano eingespielte „An Evening With Ron Carter & Richard Galliano“, und die uns vorliegende Live-Aufnahme mit Donald Vega am Klavier und Russell Malone an der Gitarre. Beide übrigens mit nur einem Tag Abstand im Theaterstübchen in Kassel aufgenommen.

Auf einer Gesamtlänge von 68 Minuten glänzt das Trio durch unglaublich tightes Zusammenspiel. Fast will es scheinen - je sparsamer die Instrumentierung, desto brillanter Carters Performance. Bei keinem anderen Track tritt dies so deutlich zu Tage wie auf „Samba de Orfeu“. Die Art und Weise wie das Trio so ganz ohne Schlagzeuger rhythmisch aneinanderklebt zeugt von überragender Meisterschaft. Insbesondere Gitarrist Russell Malone stellt durch sein Rhythmusspiel unter Beweis, warum er ein gern gesehener Sideman von Jazzgrößen wie Diana Krall, Benny Green, und dem unvergleichlichen Jimmy Smith (†  2005) war und ist.

Unvergessen ist Carters Live Auftritt im Blue Note, dem wir vor einigen Jahren in New York beiwohnen durften. Auch auf  "Golden Striker“ ist es dem Trio gelungen, die einzigartige Atmosphäre eines RON CARTER Konzerts perfekt einzufangen. Ins Kasseler Theaterstübchen passten an den beiden Aufnahmeabenden dem Vernehmen nach gerade mal an die 100 Leute. Und so ist „Golden Striker“ ein intimes Geburtstagsgeschenk an die Fans der Legende geworden.  Um mit Carters Worten in einem renommierten deutschen Jazzmagazin zu schließen: auf "Golden Striker“ erwarten den Hörer „Funken, Rauch, Flammen, Freude und eine Menge Freundschaft“.



Erscheinungstermin: 28. April 2017
Label: IN+OUT Records

Tracklist

1. Laverne Walk
2. Candle Light
3. Golden Striker
4. Samba de Orfeu
5. Eddie's Theme
6. A Nice Song
7. My Funny Valentine
8. Cedar Tree (Bonus Track)

http://roncarter.net/JazzMaster/

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LAZAREV PROJECT GROUP "Shine Your Light"



 

Der 1967 in Jaroslawl, Russland, geborene Igor Lazarev legt mit "Shine Your Light" ein kerniges Fusion-Album mit einer gehörigen Portion an Rock, Funk und Latinelementen vor. Seit 1993 lebt Lazarev in Bonn, und ist als Gitarrendozent an privaten Musikschulen tätig. Seit 2011 leitet er den jährlichen Gitarrenworkshop im Missiocamp in Bischofsheim an der Rhön.



"Shine Your Light" besticht durch neun durch die Bank hochmelodische Tracks. Dabei zieht der Musiker alle Register seines Könnens, und vermag dem Genre eine ganz persönliche Note abzugewinnen. Standout Tracks? Gibt's keine. Hier ist alles gut. Das Album als Ganzes ein Knaller. Während "Pubertat" mit Midtempo-Lässigkeit und Gitarre-Bass Unisonolinien gemächlich dahingroovt, wechseln sich auf "Etude" klassisch angehauchte Arpeggien mit fetzig angezerrten Licks und chorus-geschwängerten Akkorden in atemberaubender Selbstverständlichkeit ab. Besonders hervorheben wollen wir an dieser Stelle die kongenialen Musiker an Lazarevs Seite. Insbesondere die Bassparts auf „Dreams“  oder „Memories of St. Petersburg“ sollen an dieser Stelle hervorgehoben werden.



"Shine Your Light" ist ein fantastisches Album geworden, das zum Entdecken einlädt, und massig Ideen fürs eigene Spiel bereithält. Dicke Empfehlung!

 




Erscheinungstermin: 3. April 2017
Label: phonosphere

1. Memories of St. Petersburg
2. Deeper Than Blues
3. Pubertat
4. Ascension
5. Etude
6. Dreams
7. Stompy in Seven
8. Shine Your Light
9. Let's Break Together


http://lazarev.de/lazarev-project-group

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DEEP PURPLE "InFinite"







Auch wenn Roger Glover erst unlängst in einem Interview verlautete, dass eine Entscheidung über die weitere Zukunft der Band noch ausstünde, so schicken sich die Classic-Rock Ikonen an, mit ihrem Studioalbum Nummer Zwanzig langsam von ihren Fans Abschied zu nehmen. Ihre "Long Goodbye Tour“ wird die Legenden im Zuge ihrer Europatournee auch nach Wien führen.


"InFinite" ist ein stimmiges Alterswerk, das inspirierte Musiker und deren Spielfreude auf dem Höhepunkt ihrer späten Schaffensperiode zeigt. Ian Gillan zeigt sich in Höchstform. Selten hat man den Rock-Barden derart angepisst performen hören. Steve Morse entpuppt sich einmal mehr als Lichtgestalt an der Sechsaitigen, nimmt sich in seinem Spiel gegenüber Vorgänger-Alben zwar etwas zurück, glänzt dabei jedoch mit gekonnten Akzenten, die sich in perfektem Wechselspiel mit Don Aireys Orgel songdienlich in die Kompositionen einfügen.



DEEP PURPLE wissen auch in ihrer jüngsten Inkarnation im bald fünfzigsten! Jahr ihres Bestehens, wie man bei aller Liebe zur Metaphysik monumentale Nummern mit gesalzenen Texten schreibt („Time for Bedlam“), straighte Rocker mit einprägsamen Melodien entwirft („Hip Boots“, „One Night in Vegas“), oder einen groovenden Shuffle mit emotionalem Tiefgang aufs Parkett legt („All I got is you“).


"InFinite" ist das wohl beste DEEP PURPLE Album seit „Perfect Strangers“, und markiert einen Höhepunkt im Spätherbst der an Glanzleistungen beileibe nicht armen Laufbahn der Band. Auch kein Zufall, das Album mit einem THE DOORS Klassiker zu beschließen: „The future is uncertain and the end is always near''. Am 17. Mai in der Wiener Stadthalle. Also, das geht.

 



Erscheinungsdatum : 6. April 2017
Label: earMUSIC

1. Time for Bedlam
2. Hip Boots
3. All I Got Is You
4. One Night in Vegas
5. Get Me Outta Here
6. The Surprising
7. Johnny's Band
8. On Top of the World
9. Birds of Prey
10. Roadhouse Blues

www.deeppurple.com

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