DAVID GRISSOM “How it Feels to Fly”



Es ist schon beeindruckend, für wen DAVID GRISSOM schon alles in die Saiten gegriffen hat: THE ALLMAN BROTHERS BAND, DIXIE CHICKS oder auch CHRIS ISAAK. Erst unlängst haben wir Grissoms Rhythmusgitarrenspiel auf BUDDY GUY’s „Rhythm & Blues“ in den höchsten Tönen gelobt.
 

“How it Feels to Fly” ist DAVID GRISSOMs viertes Studioalbum unter eigener Flagge, und sein definitiv bestes. In Europa gilt der 1978 geborene Musiker noch immer als Geheimtipp. Das dürfte sich mit diesem Release und der im März und April anstehenden Europa Tournee schnell ändern.

 

Aufgenommen wurde “How it Feels to Fly” in Grissoms Haus in Spicewood in Texas, und nach dessen Umzug nach Austin in dessen Haus auch dort gemischt (mehr dazu könnt ihr in unserem Interview mit David lesen).


Den Vorwurf, dass Grissom ein „Musician’s musician“ sei, kann man nicht gelten lassen. Grissoms Spiel ist immer songdienlich, und niemals aufdringlich. Auch seine Texte heben sich wohltuend von den sonst üblichen Klischees des Genres ab. Als Anspieltipps seien der Opener „Bringin' Sunday Mornin' To Saturday Night“ mit seinem zum niederknien geilen Sound, oder das atmosphärische „Never Came Easy To Me“ genannt. Sehr gelungen auch das Instrumental „Way Jose“.  Kein Wunder, dass Paul Reed Smith dem Mann eine Signature Gitarre auf den Leib geschneidert, und Grissom federführend bei der Entwicklung der neuen PRS Amps mitgewirkt hat.


Neben den acht neuen Studiotracks, wurden erfreulicherweise auch gleich vier starke Live Aufnahmen diverser Coversongs der ALLMANN BROTHERS (“Jessica") oder ZZ TOP ("Nasty Dogs And Funky Kings") draufgepackt. Aufgenommen wurden die Live Tracks übrigens am 9. April 2013 mit denselben Musikern, mit denen David Grissom auch für den neuen Longplayer ins Studio ging: Scott Nelson am Bass und Bryan Austin am Schlagzeug, sowie Stefano Intellisano am Keyboard.


Fazit: 2014 wird ein gutes Jahr für unsere Plattensammlungen. Maßgeblich dazu trägt DAVID GRISSOMs neuer Silberling bei, der sich schon jetzt ganz oben auf der Liste der besten Veröffentlichungen des laufenden Jahres einreihen darf. Rundum gelungen. Bravo!


Erscheinungsdatum: 7. Februar 2014
Label: Blue Rose (Soulfood)

Tracklist

1. Bringin' Sunday Mornin' To Saturday Night    
2. How It Feels To Fly    
3. Georgia Girl    
4. Never Came Easy To Me    
5. Way Jose    
6. Overnight    
7. Gift Of Desperation    
8. Satisfied    
9. Jessica (Live)    
10. Way Down Deep (Live)    
11. Flim Flam (Live)    
12. Nasty Dogs And Funky Kings (Live)

http://www.davidgrissom.com

GRAND MAGUS "Triumph and Power"

 

GRAND MAGUS sind das fette Musclecar, das über die breite staubige Landstraße brettert. Mit dicken Reifen, tiefergelegt, mattschwarz. Mit Höllensound, im cruisigen Midtempo und fetzcool aussehend. So geht das Dreigestirn aus Schweden auch auf ihrem immerhin schon siebten Album zu Werke. Unvergleichbar die Trademarks, welche die Band über die Jahre gepflegt und nun fast schon perfektioniert hat.

Die auf dem letzten Album "The Hunt" (von 2012) vermehrt eingeschlagene, rockige Linie ("Starlight Slaughter"), in die sich das markante Organ von Frontmann Janne „JB“ Christoffersson perfekt einschmiegt, wird weiter gepflegt. Stoßendes, vollmundig drückendes Metal-Riffing, das zwingende, rollende Midtempo und eine Riesenportion Coolness sind weitere unabdingbare Attribute, wenn man von der Band spricht, die ihren breiteren Durchbruch mit dem grandiosen "Iron Will"-Album (2008) feierte.            

 

Bei zwingenden Bangern und Rockern wie "Steel Versus Steel" oder „Dominator“ einerseits wie auch drückenden, epischen Hymnen wie "On Hooves Of Gold" oder dem Titeltrack andererseits kann kein Haupt ungeschüttelt, kein Bein ungewippt und keine Faust ungerockt bleiben, wer braucht hier noch den Treppenwitz MANOWAR und deren Klamauk-Veröffentlichungen.


Leider geht diese Power und Akustikpräsenz auf den Livebühnen nicht zuletzt aufgrund der Trio-Besetzung etwas unter, auf Tonträger überzeugen die Skandinavier aber mit kraftstrotzenden Metal- und Uptempo-Nummern wie "The Naked And The Dead", für Abwechslung sorgen noch ruhige Nummer wie "Ymer", wohingegen der Abschlußtrack "The Hammer Will Bite" vergleichsweise harmlos, wenn auch episch ausgefallen ist. "Triumph And Power" ist die logische Konsequenz aus den letzten Studioalben, keine Überraschung, auch kein Offenbarung, aber mehr als solides Handwerk, das seine Energie bei entsprechender Lautstärke wunderbar entfaltet, für den geneigten Fan genügend hymnische und rockende Metal-Momente bereithält und in der gezeigten, kompakten und hervorragenden Klasse einer der ersten Anwärter auf einen Platz ganz oben in den Jahrescharts ist!

Erscheinungsdatum: 31. Januar 2014
Label: Nuclear Blast (Warner)

1. On Hooves of Gold
2. Steel Versus Steel    
3. Fight    
4. Triumph & Power    
5. Dominator    
6. Arv    
7. Holmgång    
8. The Naked & The Dead    
9. Ymer    
10. The Hammer Will Bite    
11. Blackmoon

 

www.grandmagus.com/

HENRIK FREISCHLADER “Night Train to Budapest”


Nicht viele Künstler aus mitteleuropäischen Breitengraden können von sich behaupten, von JOE BONAMASSA auserkoren worden zu sein, in dessen Vorprogramm zu spielen. So geschehen im Jahre 2007, als der im Jahre 1982 geborene Multiinstrumentalist gemeinsam mit dem US-Amerikaner die Bühne teilte, und für diesen einheizen durfte.

Viel ist seitdem geschehen. Gewonnen hat Freischlader mit seinen Alben unter anderem den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ und den „German Blues Award“ für sein vorletztes Studio-Album „House in the Woods“.

Nun liegt mit “Night Train to Budapest” das mittlerweile sechste Studioalbum des Musikers aus dem Wuppertal vor. Eingespielt hat Freischlader, bis auf die von Moritz Fuhrhop gespielte Hammond Orgel, alle Instrumente selbst: Bass, Schlagzeug, den Gesang, und natürlich alle Gitarren. Das Ergebnis ist einmal mehr eine Mischung aus energiegeladenen Bluesrock Krachern, und gefühlvollen, irgendwo zwischen Blues und Soul angesiedelten Balladen.

An jeder Stelle des Albums schimmern dessen Einflüsse durch: ob GARY MOORE, B.B. KING oder JOHNNY WINTER -  Freischlader weiß, wie ein guter Ton auf der Gitarre zustande kommt. Beim Opener „Point of View“ knallt uns Freischlader gleich zu Beginn ein besonders einprägsames Riff um die Ohren, das die Hand wie von selbst zum Lautstärkeregler wandern lässt. „Gimme All You Got“ und „Shame“ gehören durchaus auch in diese Kategorie, und haben die Tendenz, sich nach wiederholtem Hören im Kopf selbständig zu machen. Dass Freischlader auch ein Meister der leisen Töne ist, ist hinlänglich bekannt. Und so glänzt  “Night Train to Budapest” auch wieder mit wunderbar einfühlsamen Balladen, wie beispielsweise dem grandiosen „My Woman“.

 

Ob Blues, Soul oder Rock: “Night Train to Budapest” hat gewaltig Dampf im Kessel. Wer bis jetzt noch nicht von HENRIK FREISCHLADER gehört hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Unbedingt antesten sollte man auch Freischladers Backkatalog und seine zahlreichen, vor Energie und Spielfreude nur so strotzenden Live Dokumente. Demnächst übrigens auf Tour mit Björn Krüger am Schlagzeug, Theofilos Fotiadis am Bass und Moritz Fuhrhop an der Hammond Orgel. Nicht verpassen. Diese Musik wurde geschaffen, um live erlebt zu werden.

Erscheiungsdatum: 29. November 2013
Label: Cable Car Records (Alive)

1. Point of View    
2. Everything Is Gone    
3. Caroline    
4. A Better Man    
5. Thinking About You    
6. Down the Road    
7. Gimme All You Got    
8. If This Ain't Love    
9. My Woman    
10. Shame    
11. Your Loving Was So Good    

http://www.henrikfreischlader.de

BRUNO CAVICCHINI "Mood Balance"



 


Lesern von GuitarMania wird der im Jahre 1977 geborene italienische Gitarrist BRUNO CAVICCHINI kein Unbekannter mehr sein. Im August des vergangenen Jahres erschien an dieser Stelle eine Rezension seiner EP „Overtones“. Nun liegt uns die Ende Jänner 2014 erschiene neue vollwertige CD „Mood Balance“ vor. Ein Blick auf die Rückseite der Langrille zeigt uns, dass alle sechs Tracks der EP ihren Weg auf die neue CD gefunden haben.


Was wir daher im August 2013 zu sagen hatten, trifft auch auf die um vier Nummern erweiterte CD zu: „Mood Balance“ besticht, wie auch die EP davor, mit seinen starken Kompositionen, Brunos durchgehend sehr geschmackvollen Spiel, und dessen gefühlvollem Phrasing.


Wenn es bei einem Instrumentalalbum keine Ausfälle zu verzeichnen gibt, dann ist das für sich schon ein Qualitätsmerkmerkmal. Der Opener "Here and Beyond" begeistert beispielsweise durch seinen tollen Sound, Brunos Spiel, das stellenweise an die Meisterschaft eines STEVE HACKETT erinnert, und die starken Melodien. Auf "Fallocaster" zeigt der Mann, dass er in Italien zu den Besten seines Fachs gehört. Rasend schnelle Läufe mit einem fetten Sound versehen stehen hier im Mittelpunkt. Beeindruckend, wie Cavicchini vom Leder zieht. Immer wieder hört man dessen Einflüsse durch, hat er doch auch in diversen DEEP PURPLE, RAINBOW und LED ZEPPELIN Tribute Bands gespielt. "Hazy Days", bei dem Danilo Galgano für die Vocals verantwortlich zeichnet, ist wiederum eine gelungene Nummer mit Gesang. Die einzige des ganzen Albums übrigens. Von den neuen Tracks sticht wiederrum das energiegeladene „The Chase“ mit seinen fetzigen Läufen hervor.

 

BRUNO CAVICCHINI gelingt es, über die ganze Spielzeit hinweg den Hörer zu fesseln und auf eine musikalische Entdeckungsreise mitzunehmen. Abwechslungsreich und gefühlvoll, so wie der letzte Track „Highway to the Sun“, sind die Nummern geworden. An unserem Fazit von vor einigen Monaten hat sich daher auch nichts geändert: Fans von RITCHIE BLACKMORE, STEVE HACKETT und JEFF BECK sollten „Mood Balance“ ihr Ohr leihen. Tolles Album, das BRUNO CAVICCHINI nicht nur als ausgereiften Gitarristen, sondern auch als versierten Komponisten zeigt. Gratulation!


Erscheinungsdatum: 31. Januar 2014
Label: Videoradio (Nova MD)

Tracklist

1. Here And Beyond    
2. Floating Moons    
3. Duckman    
4. Fallocaster    
5. Rock 'N' Roll Serenade    
6. Serenity    
7. The New Swinging Truth    
8. The Chase    
9. Hazy Days    
10. Highways To The Sun

www.myspace.com/brunocavicchini
https://www.facebook.com/bruno.cavicchini

SAMMY HAGAR „Sammy Hagar & Friends“

 

 

Was wurde im Vorfeld des Erscheinens von SAMMY HAGARs neuem Soloalbum nicht viel Aufhebens und Wind gemacht. Wenn so bekannte Künstler wie KID ROCK, Nancy Wilson (HEART), Toby Keith, Taj Mahal, Michael Anthony (ex-VAN HALEN, CHICKENFOOT), Neal Schon (JOURNEY), oder Chad Smith & Joe Satriani (CHICKENFOOT) mitwirken, dann darf man sich schon was außergewöhnliches erwarten.

Mit etwas Abstand betrachtet (das Album erschien Ende September 2013), kann man aber ruhigen Gewissens sagen, dass Sammy Hagar zwar keinen neuen Meilenstein, aber nichtsdestotrotz ein mehr als kurzweiliges Album abgeliefert hat.

Die  zehn neuen Songs und Coverversionen decken dabei ein breites Spektrum ab. Die Palette reicht dabei von Southern-Rock-Stompern („Winding Down“), über Blue Grass mit Americana Einschlag („Margaritaville“ und „All We Need Is An Island“), Easy Listening („Father and Sun“), bis zu deftigen Heavy Hardrock Krachern wie „Knockdown Dragout“, das mit einem starken Gitarrensolo von JOE SATRIANI begeistern kann. Zur letztgenannten Kategorie gehört  auch „Bad On Fords And Chevrolets“ - zweifelsohne das Highlight des Albums. Und wenn es etwas gibt, dass Sammy Hagar bei VAN HALEN gelernt hat, dann ist das das Einsingen von amtlichen Background Vocals (Stichwort: Michael Anthony).

Wir wollen es nicht verhehlen: Sammy Hagar genießt bei uns einen Sympathiebonus, und vermag auch nach mehr als 40 Jahren im Musikgeschäft noch mächtig zu rocken und gute Laune zu verbreiten. Auch nicht immer selbstverständlich dieser Tage ist Hagars sozialkritische Note. „Sammy Hagar & Friends“ ist vielleicht kein Überalbum geworden, aber mit Sicherheit eines, das noch öfter seinen Weg in die persönlichen Playlists schaffen wird. Kann man nicht von jedem im Jahr 2013 erschienen Album durchaus nicht unbekannter Namen sagen. Gut gemacht.

Erscheinungsdatum: 27. September 2013
Label: Frontiers Records S.R.l. (Soulfood)

1. Winding Down    
2. Not Going Down    
3. Personal Jesus    
4. Father Sun    
5. Knockdown Dragout    
6. Ramblin' Gamblin' Man    
7. Bad On Fords And Chevrolets    
8. Margaritaville    
9. All We Need Is An Island    
10. Going Down    
11. Space Station #5 (Live From Ronnie Montrose Tribute Concert)

 

http://sammyandfriends.com/